"Ich hielt das für Augenwischerei: ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, daß der alte Mann Karten lesen könnte.

Aber dann spreizte er den Zeigefinger und den Mittelfinger zu einem V und fuhr mit ihnen das Blatt hinauf und herunter, wie mit einem Stechzirkel, wobei er schnell und lautlos die Lippen bewegte.
Wie Arkady mir später erklärte maß er eine Songline aus.

Er fuhr fort, mir zu erklären, dass jeder totemistische Ahne auf seiner Reise durch das Land eine Spur von Wörtern und Noten neben seinen Fusspuren ausgestreut habe und daß sich diese Traumpfade
wie Verkehrs "Wege" zwischen den am weitesten auseinanderliegenden Stämmen über das ganze Land hinzögen.

"Ein Lied", sagte er, "war gleichzeitig Karte und Kompaß. Wenn man das Lied kannte, konnte man immer seinen Weg durch das Land finden."

Bruce Chatwin "The songlines".

Wollte man den Weg nicht verfehlen, mußte man aufmerksam sein und auf Details in der Landschaft, Verhalten von Tieren und vieles mehr achten um sein Ziel zu erreichen. Am einfachsten zu merken war es, das alles in einem Lied zu beschreiben. Der moderne Mensch hat diese Fähigkeiten verlernt oder nie erworben.


Wir wollen uns auf alte Pfade begeben, uns mit gängigen Methoden in der Natur zurecht zu finden und wer möchte kann auch eine songline dazu dichten.

Geht glücklich und mit offenen Augen durch die Welt.

Danke und auf bald.